Vorwort

PLUSKURSE - Das Salzburger Modell zur Begabungs-und Begabtenförderung

„Begabungen an sich sind nur Möglichkeiten der Leistung, unumgängliche Vorbedingungen,

 

sie bedeuten nicht Leistung selbst.“

(William Stern)

Begabtenförderung bezieht sich auf die spezielle Förderung von Schülerinnen und Schülern mit hoher Leistungsfähigkeit- und bereitschaft und geht von einem mehrdimensionalen Begabungsbegriff aus.

 

Die Entfaltung individueller Leistungspotentiale geschieht in einem aktiven Lern- und Entwicklungsprozess in Wechselwirkung zwischen Person und ihrem sozialem Umfeld.

Für kognitiv leistungsstarke Schüler*innen gibt es im Bundesland Salzburg seit über 30 Jahren diese Fördermöglichkeiten in Form der Pluskurse. Sie stellen ein Enrichmentangebot dar im Sinne einer qualitativen Anreicherung des Unterrichtsangebots. Enrichment ist nicht „ein Mehr des Selben“ sondern zielt auf die intensive Beschäftigung mit weiterführenden Inhalten ab.

 

Auch im kommenden Schuljahr erhalten begabte und leistungsstarke Schüler*innen wieder die Möglichkeit, einen oder mehrere der angebotenen Pluskurse zu besuchen.

 

Diese von der Bildungsdirektion Salzburg unterstützten und dotierten, schulübergreifenden Freigegenstände für „besonders begabte und interessierte Schüler*innen mit entsprechenden Anforderungen" (Grundsatzerlass zur Begabungs- und Begabtenförderung, BMB-10.060/0099-I/8/2016, Abs. 7.3) haben zum Ziel, in besonderem Maße die unterschiedlichen Begabungen zu fördern, differenziert durch Stimulierung der fachlichen und sozialen Kompetenzen, der Motivation und der Kreativität. Begabungstheoretiker, wie Gagné (1993), Heller (1994) und Renzulli (1979) sehen in der Förderung gerade dieser Komponenten einen essentiellen Beitrag zur Weiterentwicklung von individuellen Begabungen.

 

Kognitiv leistungsstarke Schüler*innen bevorzugen meist abstrakte, interdisziplinäre und multiperspektive Zugänge zu Forschungsfragen. Sie besitzen die Fähigkeit, auf sehr hohem Niveau zu denken und brauchen vermehrt Selbstlernarchitekturen (Der Weg des selbstbestimmten Lernens, Betts & Kercher, 1999) und entsprechendes Wissensmanagement.

 

Die Pluskurse tragen dem autonomen Lernen in ihrer Methodik und Architektur Rechnung und betten begabte Schüler*innen zudem in ein Umfeld mit geistig gleich Entwickelten ein, welches durch das gegenseitige Geben von angemessenen Entwicklungsimpulsen einen zusätzlichen positiven Einfluss auf die Weiterentwicklung der Begabungen hat.

 

Mag. Gabriela Pusch

(Organisatorin des Pluskurs-Programms)